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Bendiktinerpater Anselm Grün in Wels
laumat.at/Matthias Lauber

Bendiktinerpater Anselm Grün in Wels

Online seit 17.04.2010

Wels.

Benediktinerpater, Anselm Grün, ging in der Pernauer Pfarrkirche der Frage: "Womit man das Verdient habe", nach. 450 Besucher kamen zu diesem Vortrag. Sogenannte Fragen nach dem "Warum?", "Warum ich?" oder "Warum passiert mir das?", stellen sich häufig Menschen, die schwer Krank werden, ein engster Bekannter von ihnen stirbt oder ähnliche Schicksalsschläge. Oft genug klingt dabei die ängstliche Frage nach der eigenen Schuld mit - wir können die Frage jedoch nicht beantworten.

Pater Anselm Grün betrachtete einige bekannte Wortphrasen von einer anderen Perspektive: "Mein Königreich ist nicht von dieser Welt. – Das heißt nicht, dass ich cool bin, es kann auch heißen, da kann mich das Leid nicht zerbrechen." An dem Beispiel seiner Mutter, sie war mit 91 Jahren verstorben, beschrieb er, in den drei Jahren vor ihrem Tod hatte sie nur mehr 3% Sehkraft und genau diese Krankheit hat sie "umgewandelt" – "umgewandelt in Hingabe", sie hat sich nicht beschwert und nicht gejammert, wie schlecht es ihr geht. Denn wer gehe denn schon gerne einen kranken Menschen besuchen, wenn er dann mit Schuldgefühlen nach Hause zurückkehren müsse, weil die kranke Person dann Aussagen trifft, dass man das ja gar nicht wissen könne, weil es einem ja eh gut geht und eben nur sie sehr krank seien. Sie hat nicht gejammert, so waren beispielsweise auch die Kinder gerne bei ihr gewesen.

Auch über die Angst der Leute in Holland, "entsorgt" zu werden wenn es ihnen schon sehr schlecht gehen würde, weil in Holland die Todesspritze erlaubt wurde, "man hat gemeint, einen Akt der Nächstenliebe damit zu machen," genau das Gegenteil habe man nun erreicht. Die Menschen haben Angst deswegen und ziehen lieber in ein Altenheim in Deutschland, an der Grenze zu Holland, denn dort sie die Todesspritze nicht erlaubt.

Pater Grün sei unter anderem auch zu einem Vortrag in Nordkorea gewesen, dort hatte sich ein Schiffsunglück ereignet und was geschah? Die Leute haben das Schiffsunglück verdrängt. "Man hat es einfach gelassen". Es sei dort so üblich – nicht auf das Leid der anderen zu schauen.
Genauso ein Beispiel ist die "Sinnkeule". Die Aussage: "Das hat alles seinen Sinn" - sie erschlägt viele. Eine Mutter, die ihr Kind durch einen Unfall verloren hat, wenn man ihr dann sagt: "Das hat alles seinen Sinn," sie wird mit dieser Aussage nicht viel anfangen können. So sei auch die Eucharistiefeier ein Ritual im Gottesdienst, um den Schmerz zu verwandeln. Es muss aber auch nicht immer nach viel "Glück" unbedingt "Leid" folgen. Er habe auch eine Frau begleitet, der es sehr gut ging, die glücklich war, beruflich und privat, sie konnte das allerdings auch nicht mehr ertragen, weil sie ständig darauf wartete, weil ja auch mal "Leid" kommen müsste.

Benediktinerpater, Anselm Grün, beendete nach einer kurzen Fragemöglichkeit den Vortrag, in der mit 450 Besuchern, bis auf den letzten Platz, gefüllten Pfarrkirche Wels St. Josef mit einem Ritual. Ein Ritual um zu sich zu kommen, jeder in sein eigenes zu Hause in sich.

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Foto: laumat.at/Matthias Lauber | FotoID: 1247

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von Matthias Lauber
am 17.04.2010 erstellt.


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