Kurzmeldung

Suchtgifthandel und Vergabe von Wucherkrediten

Suchtgifthandel und Vergabe von Wucherkrediten

Online seit 28.05.2024 um 08:46 Uhr

Wels/Wels-Land/Deutschland/Niederlande.

Bei umfangreichen Ermittlungen des Landeskriminalamtes Oberösterreich seit Ende 2020 wurden im Großraum Wels zwei kosovarische Staatsbürger, die Mitglieder einer hochprofessionell agierenden albanischen Tätergruppierung sind, wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels, des Geldwuchers und weiterer vermögensrechtlicher Delikte überführt und der Staatsanwaltschaft Wels angezeigt. Der 34-jährige Verdächtige befindet sich seit seiner Festnahme im April 2023 in der Justizanstalt Wels in Untersuchungshaft. Der 38-jährige Verdächtige wurde auf freiem Fuß angezeigt. Ausgangspunkt der Ermittlungen Ende 2020 war eine Mitteilung eines anonymen Zeugen bei verschiedenen Polizei- beziehungsweise Finanzdienststellen, deren Inhalt sich mit Erkenntnissen des Polizeipräsidiums Koblenz, dem Zollfahndungsamt München (beide Deutschland) und auch mit Erkenntnissen aus verdeckt geführten Ermittlungen in Österreich deckten. Die Ermittlungen gegen die Tätergruppierung bezogen sich seit April 2023 einerseits auf regelmäßig stattfindende Kokainlieferungen im Kilogrammbereich aus dem Raum Holland beziehungsweise Deutschland nach Österreich, die von den Beschuldigten organisiert und beauftragt wurden und die anschließende Weitergabe an diverse Abnehmer und Subverteiler im Großraum Wels und andererseits auch auf die Gewährung von privaten Gelddarlehen unter wucherischen Bedingungen, sogenannte Wucherkredite. Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass auch der in Deutschland wohnhafte Zwillingsbruder des 38-Jährigen als Mittäter in Frage kam beziehungsweise in Deutschland selbst in kriminelle Machenschaften nach dem Betäubungsmittelgesetz verwickelt war. Am 18. November 2021 konnten der 38-Jährige und ein weiterer Bruder bei einer Übergabe von 200g Kokain von der deutschen Polizei auf frischer Tat festgenommen werden. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung wurde überdies noch ein Kilogramm Kokain gefunden und sichergestellt. Im März 2023 wurde in Zusammenarbeit mit der Finanzpolizei Wels eine Überprüfung des ehemaligen Arbeitgebers der Beschuldigten durchgeführt, da festgestellt werden konnte, dass die Hauptverdächtigen während des gesamten Ermittlungszeitraumes trotz aufrecht gemeldetem Beschäftigungsverhältnis in Wirklichkeit keinerlei legalen Tätigkeit in Österreich nachgingen. Bei der Vernehmung gestand der Geschäftsinhaber, dass er aufgrund persönlicher und firmeninterner finanzieller Schwierigkeiten bei den beiden Beschuldigten zwischen Anfang 2017 und 2023 zwei Wucherkredite aufgenommen habe und somit in einem Abhängigkeitsverhältnis beziehungsweise einer Zwangslage befinde. Bei der Anstellung handle es sich in Wirklichkeit nur um eine Scheinbeschäftigung, die die Beschuldigten neben der Rückzahlung der Wucherzinszahlungen von zuletzt 96 Prozent pro Jahr als zusätzliche Gegenleistung gefordert hätten. Durch diese Vorgehensweise waren die Beschuldigten im Ermittlungszeitraum als aufrecht beschäftigt gemeldet und hatten dadurch auch Anspruch auf Sozialleistungen und auch auf eine Aufenthaltsbewilligung in Österreich. Nachfolgende Ermittlungen ergaben, dass seit 2022 auch die aus dem Kosovo nach Österreich nachgezogene Ehefrau des 38-Jährigen auf Drängen des Beschuldigten zum Schein bei der Firma beschäftigt wurde. Von der Staatsanwaltschaft Wels wurde Ende April 2023 die Anordnung zur Durchsuchung der Wohnungen der Beschuldigten erteilt, die Ende April 2023 von Ermittlern des Landeskriminalamtes vollzogen wurde. Bei den Durchsuchungen wurden in der Welser Wohnung des 34-Jährigen 211 Gramm Kokain, 1.455 Euro Bargeld, Handys, Computer und diverse Luxusartikel und in der Wohnung des 38-Jährigen im Bezirk Wels-Land ca. 32.500 Euro Bargeld, Computer, Handys und schriftliche Unterlagen gefunden und sichergestellt. Der 34-Jährige wurde am 24. April 2023 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft, der 38-Jährige vorerst auf freiem Fuß angezeigt. Am 22. April 2024 wurde der 34-Jährige zu sechs Jahren und der 38-jährige zu drei Jahren unbedingter Freiheitsstrafe (noch nicht rechtskräftig) verurteilt, berichtet nun die Polizei.








von Matthias Lauber
am 28.05.2024 um 08:46 Uhr erstellt,
am 28.05.2024 um 08:46 Uhr veröffentlicht.



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