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vom 16.07.2026 06:26
LKW-Auflieger mit sogenannter Poolchemie beladen
Totalsperre: Großeinsatz bei Schadstoffaustritt aus Gefahrgut-LKW der Pyhrnautobahn in Schlierbach
Sechs Feuerwehren standen am Freitag auf der A9 Pyhrnautobahn bei Schlierbach (Bezirk Kirchdorf an der Krems) im Einsatz. Grund war offenbar ein Schadstoffaustritt aus einem Gefahrgut-LKW.
Schlierbach. Sechs Feuerwehren standen am Freitag auf der A9 Pyhrnautobahn bei Schlierbach (Bezirk Kirchdorf an der Krems) im Einsatz. Grund war offenbar ein Schadstoffaustritt aus einem Gefahrgut-LKW.
Ein LKW-Sattelzug stand nach einer Panne auf dem Pannenstreifen der A9 Pyhrnautobahn in Fahrtrichtung Graz, abgesichert vom Streckendienst der ASFINAG. Ein LKW-Lenker, der mit seinem LKW auf der rechten Fahrspur unterwegs war, bemerkte die Pannenstelle offenbar zu spät, verriss sein Fahrzeug nach links, wobei offensichtlich ein Teil der Ladung - großteils sogenannte Poolchemie - verrutscht ist. Der LKW stand dann am Pannenstreifen. Aus der verrutschten Ladung kam es dann zu einem Austritt eines vorerst unbekannten Stoffes. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten dann unter besonderen Schutzvorkehrungen die Ladung händisch umschlichten, um zu den beschädigten Behältern vorzudringen. Ein Bergeunternehmen stand ebenfalls bereits im Einsatz, um die betroffene Ladung in der Folge abzutransportieren. Eine Dekontaminationsstraße der Feuerwehr wurde errichtet. Neben einem Verantwortlichen der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf an der Krems waren auch mehrere speziell geschulte Kräfte am Einsatzort, wie das Drohnenteam der Feuerwehr und die Kräfte des Gefährliche Stoffe-Fahrzeuges. Auch im Hintergrund kam beispielsweise ein CBRN-Fachberater des Roten Kreuzes (CBRN steht für chemische, biologische, radioaktive und nukleare Substanzen) zum Einsatz, der vor allem auch in der Anfangsphase die eingesetzten Rettungskräfte über die Eigenschaften beziehungsweise zu beachtende Gefahren am Einsatzort aufklärt.
Am Nachmittag konnte dann das beschädigte Gebinde ausfindig gemacht werden, bei dem ausgetretenen Stoff soll es sich um eine Hypochloritlösung - auch als Chlorbleichlauge bekannt - handeln, welche zur Wasseraufbereitung bei Swimmingpools eingesetzt wird.
Die A9 Pyhrnautobahn war zwischen Ried im Traunkreis und Inzersdorf im Kremstal in Fahrtrichtung Graz fast acht Stunden totalgesperrt. Der Verkehr wurde bei Ried im Traunkreis auf die B138 Pyhrnpass Straße abgeleitet. PKW, die vor der Einsatzstelle standen, wurden abgeleitet, LKW mussten die Dauer der Sperre abwarten. Der Rückstau vor der Ableitung betrug rund acht Kilometer. Auf der Umleitungsstrecke kam es zu erheblichen Verzögerungen.
"Auf der A9 Pyhrnautobahn kam es am 03. Juli 2026 kurz nach 10:00 Uhr im Gemeindegebiet von Schlierbach zu einem Gefahrguteinsatz, nachdem aus einem slowenischen Sattelkraftfahrzeug Gefahrgut ausgetreten war. Nach dem Eintreffen der Polizeistreifen und der Feuerwehr wurde ein Sicherheitsbereich von rund 160 Metern eingerichtet und die Richtungsfahrbahn Graz vollständig gesperrt. Insgesamt standen sechs Feuerwehren sowie mehrere Polizeistreifen, die ASFINAG und das Rote Kreuz im Einsatz. Bei den Ermittlungen wurde festgestellt, dass insgesamt fünf verschiedene Gefahrgutstoffe mit einem Gewicht von knapp 28 Tonnen auf dem Fahrzeug geladen waren. Aufgrund eines Bremsmanövers verrutschte die Ladung, wodurch mehrere Gefahrgutgebinde beschädigt wurden und insgesamt ca. 40 Liter einer gefahrstoffhaltigen Flüssigkeit austraten. Die ausgetretene Flüssigkeit wurde durch die Feuerwehr gebunden beziehungsweise mit Wasser verdünnt. Laut dem beigezogenen Amtssachverständigen vom Amt der Oberösterreichischen Landesregierung entstanden keine Schäden für die Umwelt. Aufgrund der Totalsperre wurden umfangreiche Verkehrslenkungs- und Ableitungsmaßnahmen durchgeführt. Der Rückstau reichte zeitweise bis zum Knoten Voralpenkreuz. Die Umleitungsstrecke führte entlang der B138. Im Zuge einer umfassenden Kontrolle des Sattelkraftfahrzeuges wurden mehrere Übertretungen nach dem Gefahrgutbeförderungsgesetz festgestellt. Hierfür wurde eine Sicherheitsleistung eingehoben. Das Sattelkraftfahrzeug wurde abgeschleppt, die verbleibenden Gefahrgutgebinde durch die Feuerwehr umgeladen und abtransportiert. Nach erfolgter Fahrbahnreinigung wurde die A9 Pyhrnautobahn kurz nach 18:00 Uhr für den Fahrzeugverkehr freigegeben."
Polizei Oberösterreich Presseaussendung
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laumat/Matthias Lauber/Matthias Lauber
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